1933-1945

Selbstbehauptung Zwischen Verfolgung und Vernichtung
1933
Machtübernahme durch die Nationalsozialisten NSDAP besetzt Dresdner Staatsoper; Bücherverbrennung
1933
"Gesetz über die Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" schließt die meisten Juden aus dem öffentlichen Dienst aus
1933
Ausstellung "Entartete Kunst" im Dresdner Rathaus
1933
Gründung des Kulturbundes Deutscher Juden in Berlin; erste Gastspiele auch in Dresden
1934
Auflösung des Sächsischen Landtags
1934
erste Veranstaltungen der "Jüdischen Künstlerhilfe Dresden"
1935
"Jüdische Künstlerhilfe Dresden" setzt auf Wunsch der Behörden seine Arbeit als "Jüdischer Kulturbund Dresden" fort
1936
Reichsaustellung jüdischer Künstler im "Jüdischen Museum" in Berlin unter Beteiligung von Brock, Gimpel und Simon aus Dresden
1938
Reichspogromnacht; Zerstörung der Semper-Synagoge;
1939
"Reichsvereinigung der Juden in Deutschland" wird gegründet und der Gestapo unterstellt
1941
Pflicht zum Tragen des Gelben Sterns für alle Juden ab dem 6. Lebensjahr
1942
"Wannseekonferenz"
1942
Deportationen der Dresdner Juden nach Riga und Theresienstadt beginnen
1943
das 1942 gegründete Judenlager "Hellerberg" in Dresden wird aufgelöst, alle Bewohner werden nach Auschwitz deportiert
1945
Zerstörung Dresdens, von den wenigen in der Stadt verbliebenen Juden kommen einige um, einigen gelingt die Flucht

Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten veränderten sich die Lebensbedingungen jüdischer Künstler dramatisch. Künstler mit jüdischem Hintergrund wurden schrittweise von öffentlichen Kunstbetrieb ausgeschlossen, bis hin zum gänzlichen Verbot der Kunstausübung. Ihre Werke wurden diffamiert ("Entartete Kunst").

Viele Künstler mussten sich in der Emigration oder als Zwangsarbeiter in Deutschland anderen Beschäftigungen zuwenden. Nur wenigen gelang; so sie rechtzeitig auswandern konnten, im Ausland ein nahtloser Anschluß an ihr künstlerisches Wirken. Unter dem Einfluß des Erlebten und Gehörten entstanden erste Werke einer Exilkunst. Innerhalb der Jüdischen Gemeinden wurde zunächst versucht, ein Kulturleben aufrechtzuerhalten, an dem auch Künstler mitwirkten, die der Religion fernstanden.

Diese Aktivitäten, organisiert durch die Jüdischen Kulturbünde, die unter strenger Aufsicht der NS-Behörden standen, dienten zwei Seiten: erstens den Künstlern, um auf diesem Weg doch noch auftreten oder ihre Arbeiten ausstellen zu können; und zweitens den Gemeindemitgliedern, die durch solche Aufführungen noch ein gewisses Maß an Kulturleben hatten, aus dem sie ansonsten völlig ausgegrenzt waren.

Mit den zahlreichen Maßnehmen gegen das jüdische Kulturleben war sowohl die Absicht verbunden, Juden aus dem öffentlichen Leben herauszudrängen, als auch der Versuch, die Lebensumstände für die Bleibenden unerträglich zu machen. Besondere Lebensgeschichten verbinden sich mit dem Überleben durch Kunst, z.b. in Orchestern der Konzentrationslager.

nach oben