Anna Joachimsthal-Schwabe

Hinter dem Dunkel Wartet das Licht
Anna Joachimsthal- Schwabe (1892 - 1937)

Anna Joachimsthal- Schwabe "empfand die Zugehörigkeit zum Judentum als eine Auserwählung, um der Menschheit immer wieder den messianischen Erlösungsgedanken, die bedingungslose Hingabe an den göttlichen Willen, wenn auch unter schmerzvollsten Schicksalen, vorzuleben". (Eva Büttner)

Ihre schriftstellerische Begabung stellte sie eher in den Hintergrund. Obwohl sie immer wieder um eine Herausgabe eines Gedichtbandes gebeten wurde, sich Anhänger ihrer Lyrik mit abgeschriebenen Kopien behalfen, war erst kurz vor ihrem Lebensende die Herausgabe eines schmalen Bändchens mit 65 Gedichten in Vorbereitung. Das Buch erschien schließlich 1937 postum im Exil beim Philo- Verlag, Amsterdam. Es wurde in der Jüdischen Gemeinde rezensiert und verkauft.

1892
Am 8.Juli wurde Anna Schwabe geboren. Über ihre einzelnen Lebensstationen konnte bisher noch nicht viel herausgefunden werden.
1922
begann sie in ihrer Wohnung regelmäßig künstlerische Abende zu veranstalten, sie rezitierte dabei eigene Gedichte, aber schuf vor allem die Möglichkeit für andere junge Künstler, sich öffentlich vorzustellen. Zu diesen Künstlern gehörten u.a. Kurt Heynicke, Walter Georg Hartmann, Hans Carossa, Friedrich Schnarck, Paula Ludwig. In verschiedenen Dresdner Zeitungen erschienen Würdigungen dieser Veranstaltungen.
1931
Anna Joachimsthal-Schwabe erkrankte und musste ihre öffentlichen Aktivitäten immer mehr einschränken.
1932
erschien ein Beitrag im "Dresdner Anzeiger" über einen sehr gut besuchten Dichterabend im Kunstsalon Sinz auf der Prager Straße.
1934
war sie aktives Mitglied in dem Vorbereitenden Ausschuß für die Gründung einer jüdischen Schule (u.a. zusammen mit Jenny Schaffer- Bernstein). So wie sie sich als religiöse Zionistin stets für Gemeindebelange einsetzte, unterstützte sie auch sozial Schwache.
1935
Im Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden wurde erstmals ein Gedicht von Anna Joachimsthal- Schwabe veröffentlicht. Danach erschienen regelmäßig vor allem ihre religiös orientierten Texte im Gemeindeblatt.
1937
Im Alter von nur 44 Jahren verstarb Anna Joachimsthal- Schwabe am 2.Februar. Ein Teil ihrer Angehörigen war zu diesem Zeitpunkt bereits nach Palästina ausgewandert.

Bild: TitelblattTitelblatt ihres 1937 postum erschienenen Gedichtbändchens

Bild GedichtIn einem Gedicht über das Schicksal von Frauen schien Anna Joachimsthal- Schwabe prophetisch ihre eigene Geschichte aufgegriffen zu haben. In Dresden ist sie weitgehend vergessen und bisher auch nicht möglich, ein Foto von ihr zu finden.

Bild: Saal der bekannten KunsthandlungIn diesem Saal der bekannten Kunsthandlung Sinz auf der Prager Straße hatte Anna Joachimsthal- Schwabe 1932 einen vielbeachteten Dichterabend abgehalten.

Bild: GrabsteinNur ein kleiner Grabstein auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in Dresden erinnert an Anna Joachimsthal- Schwabe

nach oben