Denkmale auf dem Friedhof

Bild: Denkmal für die Gefallenen der Gemeinde
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Schon während des I. Weltkrieges entstand dieses Denkmal für die Gefallenen der Gemeinde. Es wurde am 28. Mai 1916 festlich eingeweiht und war damit wohl das erste seiner Art in Deutschland. Entworfen hatte das Monument aus Postaer Sandstein der jüdische Architekt Wilhelm Haller aus Leipzig. Ursprünglich war es geplant, gegenüber ein weiteres, noch größeres Ehrenmal zu errichten, was jedoch nicht realisiert wurde. Deshalb war die Frontplatte des Steins anfänglich auf dem Weg zur Feierhalle ausgerichtet. Auch das Vorhaben, ein Pendant durch Pflanzen für das Monument zu schaffen, wurde nicht verwirklicht.

Bild: Vorderansicht zum Friedhofseingang
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Heute ist die Vorderansicht zum Friedhofseingang gerichtet und trägt nur noch eine schlichte Sandsteintafel, die die Daten des Krieges und den jüdischen Totensegen ausweist. Warum und wann die ursprüngliche Granittafel entfernt wurde, konnte noch nicht geklärt werden. Vermutet wird, dass den Nazis der Hinweis, dass Juden im I. Weltkrieg ehrenhaft gefallen waren, nicht passte. Das könnte ein Grund für die Entfernung gewesen sein. Möglich ist aber auch die Zerstörung durch einen Bombentreffer. Erhalten aber blieben die national orientierten Symbole, die Wilhelm Haller für das Ehrenmal entworfen hatte: gesenkte Schwerter zu beiden Seiten der Tafel und im oberen Bereich Eichenlaub, das sich aus kleinen Füllhörnern windet - alles bekrönt mit einem Davidstern. Es war den deutschen Juden wichtig, durch solche äußeren Zeichen dem Vorwurf zu begegnen, sie würden ihre Pflicht im Krieg für Deutschland nicht erfüllen.

Bild: Granitplatten mit den Namen der Gefallenen
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Die anderen drei Seiten wurden mit Granitplatten ausgelegt, die die Namen der Gefallenen auflisten. Diese wurden so sortiert, dass sie jeweils eine Art Vase oder Urne bilden. Insgesamt sind hier 60 Namen verzeichnet, obwohl mehr Juden aus der Dresdner Gemeinde gefallen sind. Zu den Genannten gehören auch die Mitglieder der Freiberger Familie Taubenschlag und Luft..

Bild: Gemeinschaftsgrab
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In den Jahren nach dem Krieg mussten auf dem Friedhof die Spuren der schweren Bombenschäden vom 13. Februar 1945 beseitigt werden. Auch der Bereich, in dem sich Urnen- Gräber von in Dresden ermordeten Juden befanden, war getroffen worden. Die hier geborgenen Urnen trug man in einem Gemeinschaftsgrab zusammen und errichtete ein Ehrenmal. Die feierliche Wieder- Beisetzung fand 1950 unter großer öffentlicher Anteilnahme statt. Der so geschaffene Ehrenhain dient bis heute zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus.

Bild: kleine Platten auf einem bestehenden Grab
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Viele Dresdner Juden fanden ihre letzte Ruhestätte nicht mehr auf dem Jüdischen Friedhof. Sie wurden deportiert, in der Fremde ermordet, ihre Körper wurden in fremder Erde verscharrt oder verbrannt. Andere mussten aus Deutschland emigrieren und kehrten nicht mehr zurück. Die überlebenden Angehörigen setzten nach dem Krieg kleine Platten auf einem bestehenden Grab ihrer Familie, mit denen sie an das Schicksal der Ermordeten erinnern und so ihr Gedächtnis bewahren.

Bild: Bestattung von Thora-Rollen
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Im Judentum ist es üblich, Thora-Rollen, die beschädigt oder unbrauchbar geworden sind, ebenso wie einen Menschen zu bestatten. Denn die Thora beinhaltet die Worte Gottes, die nicht einfach vernichtet werden dürfen. 1975 fand eine solche Beerdigung auf diesen Friedhof statt. Der gesetzte Grabstein weist aus, dass es sich um Thora- Rollen handelt, die von den Nazis geschändet worden sind. Die Geschichte dieser Thora- Rollen ist nicht überliefert.

Bild: Ehrenmal für die Opfer des Nationalismus
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1994 unterbreitete der in Dresden lebende ungarische Künstler Matyas Varga der Gemeinde den Vorschlag, ein Ehrenmal für die Opfer des Nationalsozialismus zu errichten. Dieses fand am Ende des Hauptweges seinen Platz. Die Konstruktion aus Metall und Sandstein symbolisiert ein zerbrochenes Tor.

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