Dresdens jüdische Künstler

AM Anfang stand eine Wiederentdeckung . Ein Mann brachte zu Beginn der 90er Jahre ein altes verblichenes Foto. Darauf abgebildet war das Grab seines Urgroßvaters auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Dresden. Es handelt sich um die letzte Ruhestätte des Schriftstellers Dr. Wilhelm Wolfsohn, Freund von Berthold Auerbach und Theodor Fontane. Sein Grabstein war längst umgestürzt und überwuchert.

2001 begann das Shalom-Projekt des CJD in Freiberg mit der Erfassung des Neuen Israelitischen Friedhofs. Bei den biographischen Recherchen wurden wiederum einige Künstler entdeckt: Schauspieler, Schriftsteller, Maler, Musiker. Namen, die sich zum Teilin keinem Lexikon mehr fanden. Unabhängig voneinander forschten in den letzten Jahren verschiedene Initiativen und Einzelpersonen in Dresden nach Spuren jüdischer Künstler, die teilweise bewusst aus dem Gedächtnis ausgelöscht worden waren. Bei der Sichtung dieses Materials und der Bestände des Stadtarchivs Dresden reifte schließlich die Idee, diese Forschungsarbeiten zusammenzutragen und der Öffentlichkeit vorzustellen.

FASZINIEREND war es, die verschiedenen Künstlerbiographien in ihrem historischen Kontext zu betrachten. Unter welchen Bedingungen konnten sie tätig sein? Wie setzten sie sich mit jüdischen Themen auseinander? Wurden die Künstler oder ihre Arbeiten wegen der jüdischen Herkunft behindert und verfolgt?

DIE nun vorliegende Ausstellung wurde in sechs Zeitabschnitte unterteilt, um die Entwicklung seit Beginn des 19.Jahrhunderts zu verdeutlichen. Zahlreiche unerwartete Wiederentdeckungen, originale Arbeiten, Bestände des Stadtarchivs und biographische Informationen machen die Exposition zu einem Erlebnis und zu einer besonderen Zeitreise, zu der wir Sie herzlich einladen. Umrahmt wird die Ausstellung von einem umfangreichen Programm das vor allem heute in Dresden lebende jüdische Künstler vorstellt.

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