Friedhof Chemnitz

Lage:
am Kaßberg, neben Matthäusfriedhof
Größe:
ca. 13.000 qm
Anzahl der Grabstellen:
ca. 1.260
gegründet:
1878
geschlossen:
wird bis heute für Beerdigungen genutzt
Beschreibung und Besonderheiten:

Gepflegte Kieswege führen zu den insgesamt 7 Abteilungen, in die der Friedhof eingeteilt ist. In einer Abteilung wurden nur orthodoxe Juden beigesetzt. Es gibt auch jeweils gesonderte Felder für Kinder und Rabbiner. Der Stein mit der ältesten Datierung stammt aus dem Jahr 1878. Mehrere Steine liegen umgestürzt, einige sind beschädigt. Beachtenswert sind einige monumentale Gräber von Juden, die in Chemnitz als Großindustrielle tätig waren. 1882 war eine Trauerhalle errichtet worden. Sie blieb während der Nazizeit verschont und wurde inzwischen restauriert. Unmittelbar hinter dieser Feierhalle erinnert ein Obelisk an die 6 Millionen ermordeten Juden der NS- Zeit. 1940 bis 1942 wurden in einer Baracke die jüdischen Kinder unterrichtet. 1943 war das gesamte Gelände durch die Gestapo beschlagnahmt worden, und die Trauerhalle wurde zur Einlagerung von Material und Akten genutzt. 1944 wurde der Friedhof der Auto Union AG zur Anlegung von Splitterschutzgräben verpachtet.

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