Friedhof Dresden

Dresden, Alter Jüdischer Friedhof

Lage:
Pulsnitzer Straße 12 im Gebiet Äußere Neustadt
Größe:
ca. 3.000 qm
Anzahl der Grabstellen:
1.265 Beerdigungen, ca. noch 800 Grabsteine erhalten
gegründet:
1751
geschlossen:
1869, bis1900 noch 28 Beerdigungen
Beschreibung und Besonderheiten:

Bis zur Gründung des Friedhofs mussten die Dresdner ihre Toten nach Teplitz und Soborten bringen. 1751 erhielten sie eine Konzession für einen Beerdigungsplatz weit vor den Toren der Stadt "Auf dem Sande" am Ufer der Priesnitz. Damit ist er der älteste in Sachsen erhaltene Jüdische Friedhof, auf dem noch der ursprüngliche Charakter erhalten geblieben ist. Das Gelände in mitten eines Wohngebiets ist von einer hohen Sandsteinmauer umgeben. Die über 800 erhaltenen Grabsteine spiegeln die Stilrichtungen des Barock, Rokoko so wie Klassizismus wieder. Ursprünglich gab es gezielte Bepflanzung der Grabstellen. Heute ist der Friedhof vor allem durch den Bewuchs mit Efeu so wie wild wachsenden Bäumen und Pflanzen gekennzeichnet. Während der Zeit des Nationalsozialismus kam es zu einem Zwangsverkauf. Die geplante Einebnung und Umgestaltung in eine Grünfläche wurde nicht realisiert. Es ist auch der einzige jüdische Friedhof in Sachsen, der von der Entfernung der Kunstgitter um die Grabstellen verschont blieb.

Dresden, Neuer Israelitischer Friedhof

Lage:
an der Fiedlerstraße 3, neben Trinitatisfriedhof
Größe:
30.000 qm
Anzahl der Grabstellen:
ca. 3.000
gegründet:
1867 - erste Beerdigung 1868
geschlossen:
wird weiter für Beerdigungen genutzt
Beschreibung und Besonderheiten:

Mit mehr als 3.000 Grabstellen gehört der Neue Israelitische Friedhof in Dresden zu den größten jüdischen Friedhöfen in Sachsen. Schon in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts war eine Erweiterung in Richtung Tatzberg erforderlich, da sich damals die Gemeindezahl durch Zuwanderer aus dem Osten verdoppelte. Auf dem Friedhof finden sich Grabsteine mit klassizistischen Einflüssen, aber auch der Jugendstil. Wilhelm Haller gestaltete 1916 einen Gedenkstein für die Opfer der Gemeinde des 1. Weltkriegs. Wahrscheinlich zählt dieser Stein zu den ersten seiner Art in Deutschland. Die Feierhalle aus dem 19. Jahrhundert wurde während des Angriffs auf Dresden am 13. Februar 1945 zerstört, wie auch etliche Grabstellen. Nach dem Krieg wurde das Gebäude rekonstruiert und 1950 die erste neu errichtete Synagoge der DDR eingeweiht. Seit der Eröffnung der Neuen Synagoge Dresdens im November 2001 dient das Gebäude wieder als Trauerhalle.

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