Friedhof Leipzig

Leipzig, Alter Jüdischer Friedhof

Lage:
Berliner Straße 123, neben Nordfriedhof
Größe:
19.829 qm
Anzahl der Grabstellen:
2.700
gegründet:
1864
geschlossen:
1928, letzte Beerdigung 1983
Beschreibung und Besonderheiten:

Auf einem lang gestreckten Gelände gliedert sich der Friedhof in 5 Abteilungen, in denen zum Teil sehr beeindruckende Grabmale zu finden sind. Durch Bombentreffer zerstörte Bereiche wurden durch kleine Steine gekennzeichnet. Besonders beachtenswert ist das im Art- Deco- Stil von Wilhelm Haller geschaffene Denkmal für die gefallenen der Leipziger Gemeinde, die im 1. Weltkrieg gekämpft hatten. Insgesamt wurden hier 121 Namen verzeichnet. Ein Gedenkstein in der Kinderabteilung erinnert daran, dass während der NS- Zeit jüdischen Kindern das Spielen nur auf dem Friedhof erlaubt war. Während dieser Zeit mussten die Leipziger Juden ihre Toten auch wieder auf diesem eigentlich geschlossen Friedhof begraben, denn auf dem neuen Friedhof war dies verboten worden. Bei Rekonstruktionsarbeiten fanden Arbeiter unter Steinschalen verborgen die Porträts verstorbener Kinder. Solche Bildnisse sind normalerweise in der jüdischen Kultur nicht gestattet. Der Friedhof wird durch die Ephraim- Carlebach- Stiftung Leipzig erfasst.

Leipzig, Neuer Jüdischer Friedhof

Lage:
an Delitzscher Straße 224, Stadtteil Eutrizsch
Größe:
24.000 qm
Anzahl der Grabstellen:
1.025
gegründet:
1928
geschlossen:
wird weiter für Beerdigungen genutzt
Beschreibung und Besonderheiten:

Der in drei Haupteile gegliederte Friedhof weist einen reichen Baumbestand und eine umfangreiche Parkgestaltung auf. Große Grabmale spiegeln vor allem Stilrichtungen des beginnenden 20. Jahrhunderts wie Bauhaus und Art Deco. Es gibt aber auch noch Grabmale aus Holz. Die berühmte Feierhalle von Wilhelm Haller mit einer über 18 Meter frei gespannten Betonkuppel wurde mit großem Aufwand von den Nazis gesprengt. Im hinteren Bereich des Friedhofs befindet sich ein Plateau mit alten Grabsteinen des ältesten jüdischen Friedhofs Leipzigs, der 1814 in Johannistal gegründet und 1864 geschlossen worden war. 1936 kündigte der Rat der Stadt der Leipziger Gemeinde den Vertrag für das Gelände, und der Friedhof wurde ein Jahr später eingeebnet. Die Gemeinde erhielt jedoch die Erlaubnis, ihre Toten auf den neuen Friedhof umzubetten und dort auch einige der alten Steine aufzustellen. Beachtung findet hier vor allem der Grabstein eines Wunderrabbis.

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