Jüdische Friedhöfe in Dresden

In Dresden gibt es heute noch zwei jüdische Friedhöfe.
Die mittelalterliche Begräbnisanlage ist so wie an anderen Orten auch zerstört worden. Erst 1751 durften die Juden in Dresden wieder einen eigenen Friedhof einrichten. Dies ist heute der älteste erhaltene jüdische Friedhof in Sachsen überhaupt. 1869 war die Anlage eines weiteren Friedhofes notwendig geworden. Dieser "Neue Israelitische Friedhof" wird noch heute belegt.
Auf jüdischen Friedhöfen ist es üblich, daß die Gräber für die Ewigkeit bestehen. Doch die Nachweise über die Belegung beider Friedhöfe wurden während der NS-Zeit vernichtet. Deshalb war es notwendig, beide Friedhöfe neu zu erfassen und die von den Grabsteinen gewonnenen Daten mit Archivdaten zu ergänzen. Mit der Erfassung verbunden wurde die Erforschung der Geschichte der beiden Begräbnisstätten.

Der Alte Jüdische Friedhof mit über 800 Grabsteinen wurde 1998 - 2001 im Rahmen eines Projektes der Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdische Geschichte Sachsen HATiKVA e.V. vollständig erfaßt und dokumentiert. Für die Übersetzung der Grabsteine konnte Dr. Gil Hüttenmeister aus Tübingen gewonnen werden. Gemeinsam mit dem CJD Freiberg entstand eine Ausstellung. Außerdem erschien 2002 ein Buch über diesen Friedhof im Verlag Hentrich und Hentrich, Berlin.

Der Neue Israelitische Friedhof mit über 2.500 Grabstellen wurde von 2001 - 2004 durch die Projektgruppe "Shalom" des CJD Freiberg unter Leitung von Heike Liebsch (Förderung durch das Bundesprogramm XENOS und die Bundesagentur für Arbeit) vollständig erfasst und dokumentiert. Die Übersetzung der Steine übernahm Dr. Timotheus Arndt von der Universität Leipzig. Es wurde eine Ausstellung erarbeitet. In Vorbereitung ist die Veröffentlichung eines Buches. Die umfassende und in dieser Art europaweit einzigartige Dokumentation übergab das CJD im Februar 2006 der Jüdischen Gemeinde Dresden und dem Stadtarchiv Dresden zur öffentlichen wie auch wissenschaftlichen Nutzung.

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