Künstlerpersönlichkeiten

Bild: Grabstein
grosses Bild

Bruno Gimpel
geb. 14.1.1886
gest. 28.4.1943

Bild: Bruno Gimpel
grosses Bild

Bruno Gimpel wurde am 14. Januar 1886 in Rostock geboren. Von 1905 bis 1908 studierte er an der Kunstgewerbeschule in Düsseldorf. Ab 1911 bei Otto Gussmann an der Kunstakademie in Dresden. Nach dem ersten Weltkrieg wirkte Gimpel vor allem als Gebrauchsgrafiker. 1921 nahm Gimpel ständigen Wohnsitz in Dresden und heiratete zwei Jahre später die Musikerin Irene Herzing. 1935 bekam er als Jude Berufsverbot. Es blieb ihm nur noch die Arbeit im Rahmen des jüdischen Kulturbundes und der jüdischen Gemeinde. Während der NS-Zeit verdiente er sich seinen Lebensunterhalt mit Zeichenunterricht. Ab 1939 wurde er zur Zwangsarbeit verpflichtet. Er gestaltete das Titelbild des Gemeindeblattes neu. Bekannt bis heute ist seine Kohlezeichnung von der Semper-Synagoge vor 1938.

Bild: Gemeindeblatt
grosses Bild

1942 verschlimmerte sich Gimpels Augenleiden und er drohte zu erblinden. Als Gimpel 1943 vor der erzwungenen Aufgabe seiner Wohnung stand, war er den Belastungen nicht mehr gewachsen und setzte seinem Leben mit 57 selbst ein Ende. In Abwesenheit seiner Frau tötete er sich zu Hause mit Gas am 28. April 1943.

mehr zur Person

 

Bild: Grabstein
grosses Bild

Siegfried Lewinsky
geb. 24.5.1881
gest. 20.2.1958

Bild: Siegfried Lewinsky
grosses Bild

Siegfried Lewinsky wurde am 24. Mai 1881 in Kempen/NRW geboren. Nach seinem Schulabschluss an einem humanistischen Gymnasium ging er nach Berlin und bereitete sich bei Heinrich Oberländer für den Bühnenauftritt vor. 1910 wurde er an das königliche Schauspielhaus Dresden verpflichtet. Er spielte zumeist Nebenrollen. Im Jahr 1933 wurde er wegen seiner jüdischen Abstammung aus dem Staatsschauspiel entlassen. Bereits am 16. Februar 1933 trat Siegfried Lewinsky in Rezitationen im Rahmen des Winterprogramms der Fraternitas-Loge der israelischen Religionsgemeinde in Dresden auf. Von da an gehörte er zu den aktivsten Künstlern, die bis 1941 regelmäßig das Kulturleben der jüdischen Gemeinde bereicherten. 1938 wurde er im Rahmen der Pogromnacht kurzzeitig inhaftiert.

Bild: Schauspielhaus
grosses Bild

Seine für den 16.2.1945 geplante Deportation kam infolge des Luftangriffs auf Dresden nicht mehr zustande. Lewinsky hat überlebt und spielte schon 1945 wieder auf der Bühne des Schauspielhauses. Aber auch der Gemeinde blieb er verbunden und wirkte in zahlreichen Kulturveranstaltungen mit. Er starb am 29. Juni 1958.

mehr zur Person

 

Bild: Grabstein
grosses Bild

Anna Joachimsthal-Schwabe
geb. 8.7.1892
gest. 2.2.1937

Bild: Buch "Gedichte"
grosses Bild

Anna Schwabe wurde am 08. Juli 1892 geboren. Über ihre einzelnen Lebenssituationen konnte bisher noch nicht viel herausgefunden werden. 1922 begann sie in ihrer Wohnung regelmäßig künstlerische Abende zu veranstalten. Sie rezitierte dabei eigene Gedichte, aber schuf vor allem die Möglichkeit für andere junge Künstler, sich öffentlich vorzustellen. Aktiv wirkte sie in der jüdischen Gemeinde mit. So war sie 1934 Mitglied in dem Vorbereitenden Ausschuss für die Gründung einer jüdischen Schule. 1935 wurde im Gemeindeblatt der Israelischen Religionsgemeinde Dresden erstmals ein Gedicht von ihr veröffentlicht. Danach erschienen immer wieder ihre vor allem religiös orientierten Texte. Im Alter von nur 44 Jahren verstarb Anna Joachimsthal-Schwabe am 2. Februar 1937.

Bild: Kunstsalon Sinz auf der Prager Straße
grosses Bild

Anna Joachimsthal-Schwabe "empfand die Zugehörigkeit zum Judentum als eine Auserwählung, um der Menschheit immer wieder den messianischen Erlösungsgedanken, die bedingungslose Hingabe an den göttlichen Willen, wenn auch unter schmerzvollen Schicksalen, vorzuleben". (Eva Büttner) Das einzige Buch von ihr mit 65 Gedichten erschien erst 1937.

mehr zur Person

nach oben