Personen der Öffentlichkeit

Bild: Grabstein
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Emil Lehmann
geb. 2. Febr.1829
gest. 25. Febr. 1898

Bild: Emil Lehmann
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Emil Lehmann war ein direkter Nachfahre des "Gründungsvaters" der modernen Dresdner Jüdischen Gemeinde, Berend Lehmann. Emil war am 02. Februar 1829 als Sohn des Kaufmanns Bonnier Lehmann geboren worden. Nach dem Besuch der jüdischen Gemeindeschule und später der Kreuzschule studierte er von 1848 - 1851 Jura in Leipzig. Danach war Lehmann in verschiedenen Anwaltspraxen in Dresden und Leipzig tätig. Er arbeitete in dieser Zeit auch als Journalist für die "Sächsische Dorfzeitung". Erst 1858 hatte er alle Voraussetzung zur Zulassung als Rechtsanwalt erfüllt, wurde jedoch lediglich als Notar ernannt. Dies mit der Einschränkung, dass er als "jüdischer Glaubensgenosse" den "christlichen Glaubensgenossen" keinen Eid abnehmen durfte. Die Zulassung als Vollnotar erlangte er erst 1890. Innerhalb der Gemeinde verfolgte Lehmann einen reformierten Kurs. Er war u.a. beteiligt an der Gründung des "Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens". Mit diesem Selbstverständnis nahm er auch an der allgemeinen Politik teil. 1865 wurde er erstmals als Abgeordneter in den Stadtrat Dresden gewählt.

Bild: Buch "Aus alten Akten"
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1875 erfolgte seine Wahl in den sächsischen Landtag. Emil Lehmann veröffentlichte zahlreiche Bücher. Das wichtigste darunter war das Buch "Aus alten Akten", das sich mit der Geschichte der Dresdner Jüdischen Gemeinde befasst.

 

Bild: Grabstein
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Auf dem Grab von Rudolf Axen befinden sich zwei Steine: einer, den seine Eltern für ihn setzten und einer, den Hermann Axen zu DDR-Zeiten aufstellen ließ, um an die kommunistische Geschichte seines Bruders zu erinnern.
Rudolf Aksen
geb. 8. 2. 1912 in Tarnapol
gest. 23. 9. 1933 in Dresden

Bild: Rudolf Axen / Aksen
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Rudolf Axen / Aksen wurde am 08.02. 1912 in Tarnapol (Ukraine) geboren. Die Eltern pflegten den jüdischen Glauben, waren aber weitgehend liberal eingestellt. Sie hatten sich 1912 in Leipzig angesiedelt, wo 1916 ihr zweiter Sohn Hermann zur Welt kam. Der Vater war Handelsvertreter. Rudolf Axen besuchte die jüdisch-israelitische Realschule. Aus Protest gegen den elterlichen Wunsch, Kaufmann werden zu sollen, erlernte er den Beruf eines Schlossers. Früh wandte sich Rudolf Axen von der jüdischen Religion ab und schloss sich der kommunistischen Bewegung an. Mit 16 Jahren leitete er den Widerstandskampf der KPD in Ostsachsen. Im September 1933 wurde der 21Jährige von der Gestapo verhaftet und am gleichen Tag im Dresdener Polizeigefängnis zu Tode geprügelt.

Bild: Kinderbild der beiden Brüder
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Das Kinderbild der beiden Brüder ist das einzige Foto aus der Zeit vor 1945 das Hermann Axen über die Zeit des Nationalsozialismus retten konnte. Er besaß auch kein Bild mehr von den Eltern. Rudolf Axen sitzt hinter ihm auf dem Mäuerchen. Hermann trug Seppelhosen. Er überlebte und war zu DDR-Zeiten Mitglied des ZK der SED.

 

Bild: Grabstein
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Helmut Aris
GEB. 8. Mai 1908
GEST. 22. November 1987

Bild: Helmut Aris
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Helmut Aris wurde am 08. Mai 1908 in Dresden-Striesen geboren. Sein Vater, Julius Aris, stammte aus Ostpreußen; die Mutter Recha Aris geb. Stein kam aus Hessen. Helmut Aris besuchte das König-Georg- Gymnasium und absolvierte anschließend eine Lehre als Textilkaufmann bei Hirsch & Co, wo er bis 1929 als Angestellter arbeitete. 1933 ehelichte er die evangelische Christin Susanne Reinfeld. Sie hatten zwei Kinder: Heinz-Joachim und Renate. 1938 wurde Helmut Aris inhaftiert. Zwischen 1940 und 1945 musste er in verschiedenen Betrieben Zwangsarbeit leisten. Während der Vater 1940 in Dresden starb, wurde die Mutter 1942 nach Riga deportiert und dort ermordet. Helmut Aris war für die Deportation am 16.02.1945 vorgesehen, die aber durch den Bombenangriff auf Dresden nicht mehr erfolgte.

Bild: Gemeinde
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In den ersten Nachkriegsjahren beteiligte er sich am Neuaufbau der Jüdischen Gemeinde sowie politisch in der SPD, später in der SED. Seit 1953 arbeitete Aris im Vorstand der Gemeinde. 1958 wurde er deren Vorsitzender und 1960 Präsident des Verbandes der Jüdischen Gemeinde in der DDR. Helmut Aris starb am 22. November in Dresden.

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