Paul Lehmann

Vor einer Fülle verlorener Hoffnungen
Paul Lehmann (1875 - 1928)

Paul Lehmann war nur knapp 10 Jahre in Dresden. In dieser Zeit veröffentlichte er nichts mehr. Zu tief war seine Erschütterung über die Grauen des 1.Weltkrieges.

Sein Menschenbild war durch den Krieg und die nachfolgenden innerdeutschen Auseinandersetzungen ins Wanken geraten. "Ein Idealist, ein Ethiker, ein gütiger Mensch ist von uns gegangen. Ein bescheidener, dessen Werk und Wesen nur jene wenigen voll erfasst haben, die selbst in gleicher Gesinnung wirken." (aus: Nachruf von Leo Fantl im Israelitischen Gemeindeblatt)

Lehmanns Bücher geben bis heute ein Zeitbild der damals herrschenden moralischen Vorstellungen. Für ihn war seine Religion Maßstab seines Lebens und Schreibens.

um 1875
wurde Paul Lehmann in Stettin geboren, besuchte hier das Gymnasium, studierte anschließend in Fulda bei Rabbiner Kahn. Neben dieser rein geistigen Ausbildung wollte er auch das praktische Wissen erwerben, deshalb absolvierte er eine Lehre im Metallgewerbe
1893
kaum 18jährig schrieb er bereits als Mitarbeiter für die Halberstädter Zeitung. Im Rahmen dieser Arbeit reiste er nach Antwerpen, Frankfurt, München, Halle. Nach seiner Heirat ließ er sich schließlich in Halle a. d. Saale nieder, arbeitete hier als Journalist und Verleger. Paul Lehmann wurde Eigentümer der Saale - Zeitung, der Halleschen Allgemeinen sowie des bekannten Otto- Händel- Verlages. Er widmete sich von da an dem Schreiben von Büchern, die von Kritikern hoch gewertet wurden. Besondere Anerkennung fand der sittliche Wert seiner Bücher, die sich insbesondere mit moralischen Lebensregeln beschäftigten. Enge Freundschaft verband ihn mit dem Philosophen Vaihinger, dem Begründer der "Philosophie des Als-Ob"
1909
erschien sein Buch "Akabjah"
1911
gefolgt von "Akabjahs Ruf". Beide Bücher erschienen in zahlreichen Auflagen. Außerdem veröffentlichte er. "Der lebendige Baum" und "Der Wanderer". Alle diese Bücher haben einen hohen moralischen Anspruch und bestimmen solche Lebensregeln, die Lehmann wichtig waren.

"Es sind Bilder eines Lebensphilosophen. Predigten poetischer Form. Hier spricht einer über Leben und Sterben, Leiden und Trost, über Wahrheit und Rätsel, über Liebe und Sittlichkeit, kein bloßer Schönredner, kein Modepoet; aber einer der sprechen musste, der aus innerem Zwange seine Mitmenschen lehren wollte. Einer, der den Blick auf die Ewigkeit gerichtet hatte." (Leo Fantl)

1919
zutiefst erschüttert von den Ereignissen des 1.Weltkrieges gab er die Pressearbeit und Verlagstätigkeit auf. Er verließ Halle und zog nach Dresden, wo er sich aktiv ins Gemeindeleben einbrachte. Hier arbeitete er in den Vereinen Adas Jeschurun, Esra und in der Volksvereinigung für jüdische Interessen mit.
1925
wurde Paul Lehmann in den Gemeinderat der Israelitischen Gemeinde Dresden gewählt.
1928
auf einer Reise nach Frankfurt a. M. verstarb der kaum 53jährige plötzlich und wurde dort auch beigesetzt.

Bild: WerbungWerbung für die beiden Bände um den Weisen Akabjah, der in verschiedenen Lebenssituationen Ratschläge zum Handeln gibt.

Bild: Eine Seite aus dem BuchEine Seite aus dem Buch "Lebendiger Baum" , das Paul Lehmann seiner früh verstorbenen Ehefrau gewidmet hatte.

Bild: TitelblattTitelblatt des Buchs "Akabjahs Ruf" , dem 2.Band zu "Akabjah"

Bild: Titelblatt des GemeindeblattsTitelblatt des Gemeindeblatts der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden mit dem Nachruf auf Paul Lehmann von Leo Fantl

nach oben