Aus dem Wirtschaftsleben

Bild: Oskar Lesser
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Oskar Lesser
Geb. 23. Oktober 1851
Gest. 22. Juni 1933

Geb. 27. TISCHRI 5612
Gest. 28. SIVAN 5693

Bild: Oskar Lesser
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Oskar Lesser (23.10.1851 - 22.06.1933) gehörte zu einer alteingesessenen Dresdner Familie, die seit mehreren Generationen eng mit der Israelischen Religionsgemeinde verbunden war. Schon sein Vater Louis Lesser (gest. 1889) war Vorsteher der Israelischen Krankenverpflegungsgesellschaft. Dieses Amt übernahm 1889 Oskar Lesser, der es wiederum 1925 an seinen Sohn Max Lesser (geb. 30.05.1882) übergab. Von 1877 bis 1892 war Oskar Lesser Prokurist, bis er 1892 als Erbe seines Vaters Mitinhaber der Firma "Schie M. Nachf." Bank- und Wechselgeschäft in der Seestrasse wurde. Von 1892 bis 1925 war er zudem Prokurist am Bankhaus Gebr. Arnold. Wichtig war auch ihm, die Gemeinde nach besten Möglichkeiten zu unterstützen. 1906 bis 1924 war er einer der Vorsteher der Gemeinde, sowie ab 1908 Schatzmeister des Mendelssohn-Vereins. Sohn Max übernahm 1912 die Firma "Wilhelm Höntsch" - Handel mit Maschinen. 1933 errichtete er gemeinsam mit seiner Schwester eine Stiftung zugunsten zahlreicher gemeinnütziger Vereine. Auch er war lange Gemeindevorsteher.

Bild: Gemeindeblatt
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Max Lesser wanderte mit seiner Ehefrau 1939 nach Indien aus. Die Firma und Grundstücke mussten verkauft werden, das Bankdepot wurde als "jüdisches Eigentum" eingefroren. Sein Vater wird bis heute von der Gemeinde geehrt.

 

Bild: Joseph Bondi
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Joseph Bondi
Geb. 23. Juni 1818
Gest. 11. Juni 1897

Bild: Joseph Bondi
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Joseph Bondi wurde in Dresden am 23. Juni 1818 geboren. Er entstammt einer seit dem 18. Jahrhundert aus Prag nach Dresden eingewanderten sehr vermögenden Familie, der das Bankhaus "Bondi und Maron" gehörte. Der Hofjuwelier Jontua Bondi war sein Vater. Joseph Bondi wurde in der Kreuzschule unterrichtet und studierte anschließend in Leipzig Rechtswissenschaft. Er fasste nach dem Studium im Bankgewerbe Fuß. Schon mit 20 Jahren übernahm er eine ehrenamtliche Funktion in der jüdischen Gemeinde - als einer der acht Kommissare, die 1838 für die Grundsteinlegung der Synagoge zuständig waren. Später leitete er das Schiedsgericht des Börsenvorstandes. 1861 wurde er zum Vorsteher der jüdischen Gemeinde gewählt. 32 Jahre lang wirkte er engagiert für das Wohl der jüdischen Gemeinde.

Bild: Felix Bondi
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Aus seiner Ehe mit Julie, geb. Gottschalk (1835-1889) gingen 7 Kinder hervor. Darunter Felix Bondi (1860-1934), der Rechtsanwalt und Notar wurde. Auch er war lange Jahre Gemeindevorsteher. Außerdem setzte er die Familientradition im Wirtschaftsbereich fort, war Vorsitzender verschiedener Aufsichtsräte von Industrieunternehmen.

 

Bild: Georg Arnhold
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Georg Arnhold
Geb. 1. März 1959
Gest. 25. November 1926

Bild: Georg Arnhold
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Ihre Wurzeln hat die Familie Arnhold in Dessau, wo Vater Adolph als Armenarzt tätig gewesen war. Um 1860 zog dessen Sohn Max Arnhold (1845-1908) nach Dresden. Hier gründete er 4 Jahre später ein Bankhaus, das schnell expandierte. Einige Zeit später stieg sein Bruder Georg Arnhold (01.03.1859-25.11.1926) in das Bankgeschäft mit ein. Schwerpunkt und Erfolgskonzept war die Hinwendung zur Industriefinanzierung. Schon in den 20er Jahren verfügt das Bankhaus Gebr. Arnhold über Büros in London, Zürich und New York. 1931 gehörte es zu den 5 größten Privatbanken Deutschlands. Stets war den Bankiersbrüdern das Gemeinwohl ein zentrales Anliegen. Sie unterstützten neben zahlreichen jüdischen Organisationen auch Einrichtungen ohne eine spezielle konfessionelle Ausrichtung.

Bild: Anleihe
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Sie engagierten sich für soziale Projekte ebenso wie für Wissenschaft und Kunst. 1926 stiftete Georg Arnhold der Stadt Dresden ein modernes Freibad. 1935 wurde das Bankhaus "arisiert". Kurz darauf emigrierte die Familie in die USA bzw. nach Brasilien. Nach 1990 nahmen die Nachfahren wieder Verbindung zu Dresden auf. Sie unterstützen den Bau der Neuen Synagoge sowie den Wiederaufbau der Frauenkirche.

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