Akademiestraße 6

Jüdische Studenten und Wissenschaftler an der Bergakademie Freiberg
Hauptgebäude auf der Akademiestraße 6
Hauptgebäude auf der Akademiestraße 6

Die Bergakademie Freiberg (heute Technische Universität) wurde 1765 gegründet. Sie ist damit die älteste montanwissenschaftliche Hochschule der Welt.

Zu ihrem einzigartigen Ruf als national und international bedeutsame Lehrstätte des Bergbaus, der Geologie, Erzverhüttung und Ingenieurkunst trugen seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts auch jüdische Absolventen und Gelehrte der Bergakademie Freiberg bei.

Die Aufhebung der Ansiedlungs- und Aufenthaltsbeschränkungen für Juden in sächsischen Bergstätten in der Mitte des 19. Jahrhundert, schließlich deren staatsbürgerliche, formale Gleichstellung, hatte Juden endlich auch eine Ausbildung als Bergbauingenieur und Montanwissenschaftler ermöglicht.

Die den Bergbau fördernde Industrialisierung trug zu einer internationalen Öffnung der Bergakademie Freiberg bei. Der Anteil ausländischer Studierender wuchs in den 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts um mehr als die Hälfte. Die Bergakademie Freiberg wurde zu einem bevorzugten Studienort gerade jüdischer Studenten besonders in den Fachrichtungen Lagerstättenerkundung, Erzgewinnung und -verhüttung. Eine Ausbildung an der Bergakademie sicherte ihnen eine berufliche Zukunft bei der Erschließung rohstoffreicher Regionen Sibiriens, des Polarkreises und Südamerikas, weitab von judenfeindlichen Repressionen. Viele jüdische Studenten kamen aus jenen Gebieten Russlands, in denen seit der Ermordung Zar Alexander II. 1881 blutige Judenpogrome tobten und drastische Zulassungsbeschränkungen für Juden an russischen Hochschulen erlassen worden waren.

Von den 168 jüdischen Studenten, die zwischen 1876 und 1935 an der Bergakademie Freiberg studierten, kamen u.a. 124 aus Russland, 24 aus Polen, 4 aus Rumänien und 11 aus Deutschland.

Zu den mit der Bergakademie verbundenen bedeutendsten jüdischen Bergbauingenieuren und Wissenschaftlern gehörten:

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