Bahnhofsvorplatz Am Bahnhof 5

Großhandel für Schreib- und Spielwaren der Familie Rosenthal

Willy Rosenthal war der Schwiegersohn von Nathan und Leonore Wangenheim. Er ist am 6.10.1890 in Dortmund geboren worden. Seine Eltern waren der Kaufmann Ludwig Rosenthal (1859 - 1895) und Jenny, geb. Rindskopf (geb. 1868, Freitod 1942, nachdem sie den Befehl zur Deportation erhalten hatte).

Nach einer Kaufmannslehre in einem Nürnberger Warenhaus diente Willy Rosenthal mit Ausbruch des I. Weltkrieges freiwillig als Sanitäter und wurde in der Schlacht vor Verdun verwundet, wofür er das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhielt.

Jenny Rosenthal
Jenny Rosenthal (1868 - 1942)

1920 lernte Willy Rosenthal in Freiberg Julia Wangenheim (geb. am 15.5.1894 in Freiberg) kennen, die er am 14. März 1921 heiratete. Er arbeitete zunächst in der Puppenfabrik des Schwiegervaters. Nach dem Konkurs der Firma in der Zeit der Inflation wurde er Handelsvertreter und gründete schließlich 1930, mit Hilfe seines Nürnberger Bruders einen Großhandel für Schreibwaren und Spielzeug gegenüber dem Freiberger Bahnhof. 1935 zwangen ihn die Nazis zur Geschäftsaufgabe. Im gleichen Jahr, am 18.12.1935, verstarb Willy Rosenthal. Sein Grab befindet sich auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Dresden.

Bis zu seinem frühen Tod führte er eine glückliche Ehe mit seiner Frau Julia. Am 18.9.1923 wurde ihr Sohn Lutz geboren.

1937 gelang Julia Rosenthal, gemeinsam mit ihrem Sohn Lutz und ihren Eltern Nathan und Leonore Wangenheim die Flucht aus Deutschland. In Bat Yam in Palästina, dem späteren Israel, fand sie eine neue Existenz. Sie starb 1969 in New York.

Grabstätte Willy Rosenthal
Grabstätte Willy Rosenthal
Als Sanitäter im 1. Weltkrieg
Als Sanitäter im 1. Weltkrieg
Willy mit seiner Schwägerin Lilly
Willy mit seiner Schwägerin Lilly bei einem Messeauftritt

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