Zuger Straße 12

Gardinenleistenfabrik Mayer-Taubenschlag

Gelände der Gardinenleistenfabrik Mayer-TaubenschlagDie Fabrikantenfamilie Abraham Wolff gehörte zu den angesehendsten Familien Freibergs. Abraham Wolff (geb. 22.6. 1879 in Hohensalza) war mit der Tochter des Unternehmers Taubenschlag (Gardinenleistenfabrik Mayer - Taubenschlag ), Meta Sophie (geb. 29.1.1887 in Freiberg), verheiratet. Die Familie Taubenschlag war vermutlich 1886 aus Österreich nach Freiberg gezogen und hatte mehrere Unternehmen, so eine Schnittwaren- und Bettfedernhandlung in der Borngasse und eine Fabrik für Holzartikel auf der Frauensteiner Straße, gegründet. Die Söhne, Selmar und Erhardt, fielen auf den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges (Gedenkstein auf dem Neuen Jüdischen Friedhof in Dresden). Abraham Wolff übernahm nach dem Tod des Schwiegervaters die Gardinenleistenfabrik auf der Zuger Straße. Sie wohnten auf der Weißbachstraße in Freiberg.

Eiserne Kreuz

Die Familie Wolff gehörte zu den weitgehend assimilierten jüdischen Familien. Jüdische Tradition und Religion waren hinter ihr Bekenntnis zum "Deutschtum" zurück getreten. Abraham Wolff, der im 1. Weltkrieg das "Eiserne Kreuz" erhalten hatte und im Freiberger Dom zum Christentum konvertiert war, hoffte auch nach dem Machtantritt der Nazis, dass Menschlichkeit und Toleranz über den blinden Judenhass der Nazis siegen würden. Er weigerte sich, Deutschland zu verlassen.

Dorothea Wolff
Dorothea Wolff

Nach dem Judenpogrom im November 1938 retteten die Wolffs ihre Kinder Dorothea und Manfred mit einem Kindertransport nach England. Dorothea Wolff hatte die Höhere Handelsschule in Freiberg besucht, ihr Bruder Manfred das Gymnasium. Beide waren hochbegabte Schüler, Manfred ein begnadeter Musiker. Abraham und Sophie Wolff selbst gelang die Flucht nicht mehr. Sie wurden von den Nazis in den Tod getrieben. Als sie in Berlin der Deportationsbefehl erreichte, nahmen sie sich das Leben.

siehe unter Menüpunkt: Freiberg, Jüdische Familien

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